Kinder erleben Gemeinschaft, Handwerk, Umweltbildung und Waldpädagogik im Mittelalterlichen Dorf Steinrode

Das Mittelalterliche Dorf Steinrode

Das Mittelalterliche Dorf Steinrode entstand im September 2004 in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Jugendwaldheims Steinberg, das jetzt Waldpädagogikzentrum heißt. Es liegt in einer Umgebung, in der seit dem Mittelalter bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts Bodenschätze abgebaut wurden und heute noch der Rohstoff Holz aus nachhaltiger Produktion gewonnen wird.

Die Steinbergsiedlung selbst war bis  vor 80 Jahren noch ein Ortsteil des Dorfes Nienhagen mit bis zu 70 Einwohnern. Beim Projekt Steinrode handelt es sich nicht um ein wieder aufgebautes Dorf nach archäologischen Funden, sondern den Neubau eines Dorfes als pädagogische Einrichtung, das von Kindern selber aus Rohstoffen der Umgebung errichtet wurde. Im Mittelpunkt des Projektes steht der direkte und unmittelbare Bezug zum Rohstoff als Ausgangsprodukt, der das Leben in den Dörfern hier im Raum vor ca. 900 Jahren sicherte.

Im Mittelalter (ca. 400 bis 1517) stand im Mittelpunkt des menschlichen Lebens der Nahrungserwerb. Alle Tätigkeiten dienten dazu, die Überlebenschancen zu sichern. Rohstoffe, die in unmittelbarer Umgebung des Dorfes anstehen (z.B. Holz, Sand, Ton, Steine), werden auch heute im Projekt zu Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des täglichen Lebens verarbeitet. Viele dieser Tätigkeiten erfordern enge Kooperation und gute Arbeitsteilung innerhalb und zwischen den Teams.

Konzept

Das Mittelalterliche Dorf Steinrode dient als außerschulischer Lernort, um Kindern Geschichte, Natur und Handwerksarbeiten näher zu bringen. Im Vordergrund steht hier vor allem die Entwicklung vom Rohstoff zum Endprodukt und die nachhaltige Lebensweise. Durch die besondere Lage mitten im Kaufunger Wald können Kinder, Jugendliche und Erwachsene die enge Verbindung unserer Vorfahren zu Wald und Natur selber erleben. Der vielfältige Wald rings ums Dorf lädt ein zum Spielen und Entdecken und versorgt das Dorf mit Holz. Sand, Steine und Ton können mit Handwagen selber aus der Nähe geholt werden und in den Handwerkerhäusern des Dorfes weiterverarbeitet werden. Durch Arbeiten in Gruppen werden soziale Kompetenzen von Kindern sowie ihr Selbstwertgefühl durch die Bedeutung der eigenen Leistung für die Gemeinschaft besonders gefördert. Spannende biologische Lernorte wie Waldameisen-Nester, Teiche, eine Quelle oder ein Steg übers Hochmoor können vom Dorf aus leicht zu Fuß erreicht werden.

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